MA S. FTMK interdisziplinär II: Verräterische Figuren? Feministische Archivpraxis in der Theater- und Medienwissenschaft

Dozent:innen: Laura Katharina Mücke M.A.
Kurzname: S FTMKinterdisz II
Kurs-Nr.: 05.KuTheFi.19_630
Kurstyp: Seminar

Inhalt

Archive sind nicht (wert-)neutral, sondern Ausdruck verdichteter historischer Machtverhältnisse (Hartman 2022). (Queer-)feministische Theorien (Ahmed 2006; Haraway 1988, Spivak 1985) zeigen, wie sich Wissen verschiebt, wenn marginalisierte Perspektiven – etwa von Frauen, Queers und Migrant:innen – einbezogen werden. Eine zentrale Aufgabe der Medien-, Film-, Theater- und Kulturwissenschaft besteht darin, Phänomene kontinuierlich aus neuen Perspektiven zu betrachten und die Genese von Wissen kritisch zu hinterfragen. Besonders dort, wo Quellen bestimmter Gruppen ‚fehlen‘, entstehen einseitige Bilder, die sich nachteilig auf den diskursiven Raum dieser Gruppen auswirken.

Das Seminar untersucht deshalb Grenzfiguren des Wissens mit Blick auf die Vergeschlechtlichung von Wissen und deren Persistenz in Archiven. Unter dem Stichwort „verräterische Figuren“ fokussiert sich der Kurs dabei besonders auf stereotypisierte Figuren im Zusammenhang mit nationalen und nationalistischen Diskursen, wie sie in historischen Zeitschriften vorkommen – insbesondere in der Zeitschriftenpresse der deutschsprachigen Frauenbewegung um 1900. Dort wird nicht nur ein neuer Öffentlichkeitsbegriff ausgehandelt (Hansen 2011; Habermas 2022), sondern mit Figuren wie der „Verräterin“, der „Militanten“, der „Partisanin“ oder der „Kollaborateurin“ neue Vorstellungen davon etabliert, was Nation bedeutet – und was nicht.

Das Seminar bietet den Studierenden die Möglichkeit, interdisziplinär zu einem spezifischen Themenkomplex mit Schwerpunkt auf Methoden und Theorien feministischer Archivpraxis zu arbeiten sowie praktische Fähigkeiten in der Recherche, der Entwicklung eigener Fragestellungen und im Aufbau eines wissenschaftlichen Vokabulars zu erwerben. Dabei steht die Frage im Zentrum, welche Körper in Archiven sichtbar oder unsichtbar gemacht werden und wie letztere – mithilfe wissenschaftlicher und künstlerischer Praktiken – wieder erfahrbar gemacht werden können.
Bitte beachten Sie: Derzeit wird eine Förderung von Workshops mit externen Expert:innen sowie Exkursionen zu Archiven angestrebt. Das Seminar kann daher auch Samstagstermine beinhalten.
 

Termine

Datum (Wochentag) Zeit Ort
14.04.2026 (Dienstag) 14:15 - 15:45 00 211 Hörsaal
9181 - Medienhaus
21.04.2026 (Dienstag) 14:15 - 15:45 00 211 Hörsaal
9181 - Medienhaus
28.04.2026 (Dienstag) 14:15 - 15:45 00 211 Hörsaal
9181 - Medienhaus
05.05.2026 (Dienstag) 14:15 - 15:45 00 211 Hörsaal
9181 - Medienhaus
12.05.2026 (Dienstag) 14:15 - 15:45 00 211 Hörsaal
9181 - Medienhaus
19.05.2026 (Dienstag) 14:15 - 15:45 00 211 Hörsaal
9181 - Medienhaus
26.05.2026 (Dienstag) 14:15 - 15:45 00 211 Hörsaal
9181 - Medienhaus
02.06.2026 (Dienstag) 14:15 - 15:45 00 211 Hörsaal
9181 - Medienhaus
09.06.2026 (Dienstag) 14:15 - 15:45 00 211 Hörsaal
9181 - Medienhaus
16.06.2026 (Dienstag) 14:15 - 15:45 00 211 Hörsaal
9181 - Medienhaus
23.06.2026 (Dienstag) 14:15 - 15:45 00 211 Hörsaal
9181 - Medienhaus
30.06.2026 (Dienstag) 14:15 - 15:45 00 211 Hörsaal
9181 - Medienhaus
07.07.2026 (Dienstag) 14:15 - 15:45 00 211 Hörsaal
9181 - Medienhaus
08.07.2026 (Mittwoch) 18:00 - 21:00 00 232 HS 11
1312 - Aulagebäude/Mensa I